Kunst im Knast

Kunst als Brücke für Selbsterkenntnis und
mitmenschliches Verständnis

1974 machte das Justizministerium erstmalig in einer einmaligen Ausstellung "Kunst im Knast" auf die vielseitigen künstlerischen Arbeiten von Strafgefangenen aufmerksam; auf die notwendige Eingliederung der Gefangenen in unsere Gesellschaft und die damit verbundene Reform des Strafvollzugs der damaligen Zeit. Für den einzelnen Strafgefangenen ist es entscheidend, dass er die Verbindung zur Außenwelt aufrecht erhalten kann und dass seine individuellen Begabungen nicht verkümmern.

Die Werke der Gefangenen, wovon sich in dieser Privat-Sammlung drei Stücke befinden, zeigen, wie stark Hoffnung, oft aber auch Verzweiflung das Leben hinter Gittern bestimmen, wo der Öffentlichkeit kaum die Bedingungen bekannt sind unter denen Häftlinge ihre Strafe verbüßen.

Der Appell des damaligen Justizministers Gerhard Jahn (SPD) mit der Ausstellung an die Bevölkerung war:
"Jeder kann daran mitwirken, eine Brücke bauen, die über Feindseligkeit und Abwehr hinweg zur Menschlichkeit und zur Vergebung führt."



 

(113)
KLAUS LIEBTRAU, geb. 1937
"Der Gefangene",
Öl auf Pappe, 1974
70x50cm
Titel des Kataloges der Ausstellung
"Kunst im Knast",
Erster Preis der Jury


(114a)

HANS SPRANGER
"Mein Sohn", 1974
Kugelschreiber, 27x21cm


(124)

JOSEPH MARCKS
"Knast", Öl auf Pappe, 1974
92x68cm